Zukunftsthemen bieten viele Chancen – das gesamte Anlage-Setup und der Werkzeugkasten sind entscheidend für den Erfolg.
Themen wie künstliche Intelligenz, Robotik und Quantencomputing dominieren Finanzmedien, Social Media-Plattformen und Börsengespräche – und irgendwo zwischen FOMO und Skepsis stellen wir uns sie die Frage: Sollte ich da dabei sein? Und wenn ja: wie?
Die technologische Transformation der 2020er-Jahre erinnert stark an die frühen Internetjahre. Damals galt: viel Fantasie, wenig Umsatz – und dann, fast unbemerkt, kam der Kipppunkt. Ab da ging es exponentiell nach oben. Genau das beschreibt der sogenannte Hockey-Stick-Effekt: lange passiert scheinbar wenig, dann plötzlich sehr viel. Wer heute in Innovationen investiert, wettet auf genau diesen Moment.
Doch Innovation ist kein einzelnes Thema, sondern ein ganzes Ă–kosystem. Sechs Felder geben aktuell den Ton an:
Künstliche Intelligenz ist erwachsen geworden. Nach der Hardware-Phase – Chips, Rechenleistung – rücken Software und konkrete Anwendungen in den Fokus. Die Mag 7 mit ihren Poster-Boys, marktbestimmende US-Unternehmenwie Nvidia, Apple, Tesla und Meta haben mit ihren Kursgewinnen haben maßgeblich für die Rekordstände von Nasdaq 100 und S&P 500 gesorgt. Im Schatten entwickeln sich jetzt andere Unternehmen, die KI produktiv einsetzenund echte neue Erlösquellen schaffen.
Quantencomputing wirkt noch futuristisch, ist aber ein möglicher Turbo für KI. Es geht darum, hochkomplexe Probleme parallel zu lösen – etwa in Logistik, Forschung oder Finanzmodellen.
Cloud Computing ist das Fundament unter allem. Ohne riesige Rechenzentren keine KI, keine Skalierung, keine Innovation. Die Investitionen der groĂźen Hyperscaler zeigen, wie ernst es gemeint ist. Hyperscaler ist das Buzzword der Stunde fĂĽr Cloud-Anbieter wie die anderen Mag 7- Werte Amazon, Microsoft und Alphabet.
Energie wird damit zum Engpass. Rechenzentren fressen Strom. Deshalb rücken Uran und kleine Nuklearreaktoren als stabile, grundlastfähige Energiequellen wieder auf die Agenda.
Cyber Security ist kein Trend, sondern Dauerbaustelle. Je digitaler unsere Welt, desto wertvoller Schutz – für Daten, Identitäten, Infrastruktur. Insbesondere die Visionen von funktionierenden Quantencomputern, die genug Rechenleistung haben, private Schlüssel der Krypto-Wallets zu knacken, verdeutlichen, dass IT-Sicherheit noch wichtiger werden wird. Wie die Unternehmen, die die passenden Tools liefern.
Robotik schließlich verlässt die Forschungslabore. Automatisierung in Logistik, Industrie und Pflege ist längst Realität – und ein Milliardenmarkt.
Die entscheidende Frage ist nicht, ob diese Trends relevant sind, sondern wie du sie investierbar machst. Denn nicht jedes Vehikel passt zu jeder Geldreise.
Direkte Beteiligungen klingen spannend, sind aber für die meisten kaum zugänglich und hochriskant. Einzelaktien für gezieltes Stock-Picking – verlangen Zeit und vor allem technisches Wissen. Aktive Fonds bieten professionelle Auswahl und Risikomanagement, kosten dafür mehr. Themen-ETFs sind für viele der pragmatischste Einstieg: transparent, günstig, breit gestreut. Zertifikate können Nischen abbilden, haben neben dem Emittentenrisiko meist weniger Unternehmen im Korb.
Innovation ja – aber eingebettet in eine Strategie
Baue dein Portfolio nicht auf einem Trend auf. Egal ob einzelne Aktien, aktive oder passive Fonds – Zukunftsthemen sind kein Ersatz für ein breit diversifiziertes Fundament, sondern taktische Satelliten. Maximal zehn Prozent des gesamten Depots in ein Thema und maximal 20 Prozent in verschiedene Themen kann eine gute Faustregel sein.
Themen-ETFs, von denen es im Moment etwa 150 verschiedene Varianten gibt, haben einige nicht so schöne Effekte auf das Depot: Private Anlegerinnen und Anleger neigen dazu, einen Trend erst zu bemerken, wenn er schon weit entwickelt ist, sprich: die Aktien teuer sind. Professionelle Investoren haben schon vorher investiert. Manchmal dauert es auch länger, bis sich der Hockey-Stick-Effekt einstellt. Oder der Hype verpufft, wie beim Metaverse.
Kurz-Check: So wählst du das passende Instrument
Das Thema steht, die Höhe des taktischen Investments ist festgelegt. Jetzt geht es nicht mehr um das Ob, sondern um das Wie: Welcher ETF bildet dein Thema sinnvoll ab?
Ein wichtiger Vorab-Hinweis: Bei jungen Innovationsfeldern ist die historische Performance nur eingeschränkt belastbar. Viele Produkte sind noch nicht lange am Markt – Renditekurven sagen hier weniger aus als Struktur, Risiko und Zusammensetzung.
Finanzportale wie extraETF, JustETF und Morningstar bieten Daten, Vergleiche und Kennzahlen an.
1. Streuung
100 Titel: breiter Ansatz, geringeres Einzelwertrisiko
20–30 Titel: sehr fokussiert. Je enger das Portfolio, desto wichtiger sind deine Nerven.
2. Kosten
Themen-ETFs: sinnvoll meist bei 0,3–0,5 Prozent Gesamtkostenquote, TER
Kosten wirken dauerhaft – auch in Seitwärtsphasen.
3. Klumpen-Abgleich
Achte darauf, groĂźe Tech-Titel nicht mehrfach zu ĂĽbergewichten. Vielleicht stecken einige Aktien im Themen-ETF bereits in deinem Kerninvestment.
4. Risiko-Kennzahlen
Bei vergleichbaren Produkten lohnt der Blick auf Volatilität, Maximum Drawdownund die verschiedenen Ratios, die einen eigenen Artikel füllen werden. Diese Kennzahlen zeigen, wie „nerventauglich“ der Fonds im Vergleich zu einem anderen ist.
Fazit
In Trends zu investieren, kann SpaĂź machen und bringt definitiv mehr Drehmoment in deine Geldanlage. Wenn du Spezialwissen hast, nutze es.
Ein gutes Themen-Investment erkennt jedoch man nicht an der Story – sondern daran, wie es sich ins bestehende Depot einfügt.
Blick voraus: Gerade bei Anlageschwerpunkten in der Nische oder Trendthemen können aktive Fonds besser sein als ein ETF, auch wenn sie teurer sind. Das ist unser Thema im März.

