đź”§ Der menschliche Faktor gewinnt doch!

Warum aktives Management bei Innovationsthemen eine echte Rolle spielen kann

ETFs sind ein geniales Werkzeug. GĂĽnstig, transparent, effizient. In hocheffizienten Märkten sind sie kaum zu schlagen. Wer breit investieren will, Kosten niedrig halten möchte und langfristig denkt, kommt an ihnen nicht vorbei. Doch Innovation ist kein effizienter Markt. Hier gilt oft: The winner takes it all.

Ein passiver ETF folgt festen Regeln. Er kauft alle Aktien eines Index – die Gewinner und zwangsläufig auch die Verlierer. Er kennt keine Meinung, kein Bauchgefühl, keine Zweifel. Ein aktives Management hingegen kann aussortieren. Es muss keine „Luschen“ im Portfolio behalten, nur weil sie formal noch dazugehören. Gerade bei Zukunftsthemen ist dieser Unterschied entscheidend. Denn nicht jedes Geschäftsmodell skaliert. Manche sind solide, andere nur gut verpackt – hübsch gemacht für einen Börsengang. Und wieder andere werden schlicht überholt im Wettrennen um die vorderen Plätze.

Der menschliche Faktor kommt genau hier ins Spiel. Bilanzen lesen. Cashflows einordnen. Managementqualität bewerten. Und vor allem: Zusammenhänge verstehen. Innovation entsteht selten isoliert. Sie lebt von Schnittstellen – zwischen Software und Hardware, Energie und Infrastruktur, Daten und Regulierung. Dieses Zusammenspiel erfordert spezialisiertes Fachwissen. Genau das können selbst gut konstruierte Pure-Play-ETFs nur begrenzt abbilden.

Aktiv vs. Passiv: Wo die Unterschiede liegen

Der größte Nachteil aktiver Fonds sind die Kosten. Während ETFs meist rund 0,3 Prozent pro Jahr kosten, liegen aktive Fonds im Schnitt bei etwa 1,2 Prozent – erfolgreiche Tech-Fonds oft darĂĽber. Dieser Renditeabschlag muss erst einmal verdient werden. Stichwort: Alpha. Gelingt das nicht, verliert der Fonds automatisch gegen den Index. Das ist die unbequeme Wahrheit.

Auf der anderen Seite steht die Flexibilität. Aktives Management kann Cash aufbauen, Risiken reduzieren oder in weniger volatile Nebenwerte umschichten. Themen-ETFs sind starr. Sie bleiben investiert – auch dann, wenn Bewertungen aus dem Ruder laufen, Geschäftsmodelle bröckeln oder sich technologische Sackgassen abzeichnen. Gerade in volatilen Innovationsphasen kann diese Beweglichkeit den Unterschied machen – nicht jeden Abschwung vermeiden, aber ihn abfedern.

Worauf du bei aktiven Fonds achten solltest

Marketing ist laut. Qualität zeigt sich im Detail.

Stiltreue: Bleibt der Fonds seinem Ansatz treu oder wird hektisch umgebaut? Häufige StilbrĂĽche sind oft ein Zeichen von Reaktion statt Ăśberzeugung.

Active Share: Wie stark weicht der Fonds tatsächlich von einem vergleichbaren ETF ab? „Index-Schmuser“ kassieren hohe GebĂĽhren fĂĽr fast passive Leistung – das lohnt sich nicht.

Management-Stabilität: Ein häufiger Wechsel im Fondsmanagement deutet auf interne Probleme hin. Erfahrung, Teamkontinuität und ein klarer Entscheidungsprozess sind bei komplexen Tech-Themen entscheidend.

Risikobewusstsein: Kennzahlen wie Volatilität, Maximum Drawdown oder Sharpe Ratio zeigen, ob Rendite durch Können entstanden ist – oder durch das Eingehen ĂĽbermäßiger Risiken.

Fazit

ETFs bleiben das RĂĽckgrat eines soliden Portfolios. Doch bei Innovationen kann aktives Management Mehrwert liefern – wenn es gut gemacht ist. Nicht jede Idee gewinnt und nicht jedes Thema hält, was es verspricht. Wer hier bewusst auswählt, ergänzt das Depot um eine aktive Perspektive.

Oder anders gesagt: Technologie rechnet. Menschen entscheiden.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen